Taiwan – die letzten Stunden

Nach 41 Stunden „auf den Beinen“ und knapp 33 Stunden nach Rennende melde ich mich gerade aus dem Zug nach Hause.

Die Rundfahrt ist für mich eigentlich sehr zufriedenstellend gelaufen. Leider habe ich durch meinen „Kurbelverlust“ am zweiten Tag alle Hoffnungen in der Gesamtwertung vorne zu sein, schon früh begraben können. Leider habe ich auch den Top 15 Platz der Gesamtwertung fahrlässig hergegeben, als ich bei der steilen 900 Meter Bergankunft reißen ließ.

Insgesamt habe ich einige Fehler gemacht, ohne die es vll auch für Jan besser hätte laufen können, jedoch war es auch mein erstes Rennen dieses Jahr und meine erste 2.1 Rundfahrt überhaupt. Das ich bei der Königsetappe in der ersten Gruppe am Berg bin habe ich gehofft aber damit gerechnet habe ich nicht.

So werde ich am Ende 24ter in der Gesamtwertung und habe Jan dabei geholfen Vierter zu werden. Insgesamt war es ein starker Auftritt des Teams bei dieser Rundfahrt, was auch die anderen Teams bemerkt haben.

So kann ich nur sagen das ich gerne wieder hinfahren würde um es noch besser zu machen.

Am Sonntag steht dann das nächste Rennen (Kattekoers 1.2) an, wo ich mit Nils die Kapitänsrolle annehmen werde um das Team um die beiden Neuzugänge Liss und Dombrowski sowie Max Walscheid und Arne Egner leiten werde.

Weiteres dann auf der Hauptseite.
Bis zum nächsten Trip, euer Tim!

Taiwan Tag 6

33 Grad am Start mit hoher Luftfeuchte sind ja eigentlich nicht so mein Ding. Aber heute hatte ich damit keine Probleme. Das Rennen ging heute über 14 Runden a 12 km. Es ging am Wasser entlang und war damit sehr windanfällig. Ich sollte am Anfang wieder aufpassen das keine große Gruppe ohne uns fährt. Nach 2 Runden gespringe befand ich mich dann (wieder) unverhofft in einer Spitzengruppe. Dieses mal waren wir jedoch zu Neunt. Da ich mit Jan einen Sieganwärter im Feld hatte, den auch die Zwischensprints interessierten, ließ ich die anderen die Führungsarbeit in der Gruppe übernehmen. Da dies auch noch zwei weitere Fahrer machten lief die Gruppe entsprechend schlecht. Jedoch hatten wir schnell einen Vorsprung von 2 Minuten der dann aber auch nach knapp 4 Kilometern wieder aufgebraucht war. Kurz darauf machte sich eine weitere Gruppe auf dem Weg, in der sich Größtenteils Asiatische Fahrer befanden, die in der Gesamtwertung keine Rolle mehr spielten. So ließ sie das Feld ziehen. Fünf Runden vor dem Ende begann dann die Nachführarbeit im Feld bei der auch wir uns, mit meiner Person, beteiligten. Nach mehr als 3 Runden geknechte an der Spitze war der Akku dann leer und ich fiel ins Feld zurück. Hier besorgte ich nochmal Wasser und „rollte“ dann mit dem Feld ins Ziel.

Taiwan Tag 5

Königsetappe. 161 km mit einem Schlussanstieg mit insgesamt 1032 Höhenmetern auf den letzten 45 Kilometern. Die Geschichte bis zum Berg ist schnell erzählt. Nachdem es wieder knapp 40 Kilometer Attacke auf Attacke hieß, setzten sich drei Fahrer ab. Danach wurde das Feld kontrolliert und es war bis zum Berg recht angenehm fahrbar. Dann ging es jedoch los. Der erste Anstieg hatte mit durchschnittlich 4% über 10 km den meisten Anteil daran das das Feld zerfiel. Kurz vor der Bergwertung wurde es Nichteinhaltung steiler und so setzte sich eine Gruppe von ca 30 Fahrern ab und ich war dabei! Die Gruppe zerfiel auf der welligen Gebirgsstraße immer mehr und schrumpfte auf 21 ab. Ich war immer noch vorne und versuchte Jan zu helfen, der in der Gesamtwertung noch immer den Vierten Platz einnahm. Kurz vor dem Ziel attackierten dann einige Fahrer, Jan fühlte sich jedoch gut (und wir rechneten immer noch mit einem 500 Meter Hügel mit 10 – 15 % den wir im Höhenprofil ausgemacht hatten) . So fuhr ich nicht mit, der Hügel kam nicht und die Gruppe war etwas davon gezogen. Doch das Team um den Führenden Remy di Gregorio (früher Astana) machte Tempo und Schloß die Lücke fast an der 500 Meter Marke. Ich versuchte noch Jan in eine gute Position für den Sprint zu bringen, jedoch waren meine und auch seine Kräfte von den Anstiegen aufgebraucht und so schafften wir es nicht mehr nach ganz vorne. Am Ende wurde Jan 15ter und Ich 18ter.

Leider gab es trotz Bergankunft mit Bergwertung im Ziel auch Sprintwertungspunkte. Für mich unverständlich aber das ist ein anderes Thema. So verlor Jan das gerade erst bei der Sprintwertung gewonnene Trikot und hat nun 9 Punkte Rückstand.

In der Gesamtwertung veränderte sich nicht viel. Jan ist weiter Vierter mit „nur“ 10 Sekunden Rückstand , jedoch haben sich die Plätze Zwei und Drei heute verändert.

Morgen gibt es nochmal drei Zwischensprints mit jeweils 3,2,1 Sekunden und 5,3,2,1 Sprintpunkten sowie den Zieleinlauf mit 10, 6, 4 Sekunden und 15, 13, 12 ……, 1 Punkten.

Es ist also noch alles drin!

Morgen Abend geht es auch schon wieder nach Hause, ich hoffe wir schaffen alles, denn wir müssen mit dem Zug vom südlichsten Ende der Insel zum nördlichsten Punkt und das 9 1/2 Stunden mit Duschen, Räder zusammenpacken, einchecken usw.! Ob ich euch hier berichten kann weiß ich noch nicht, ansonsten melde ich mich aus Dubai!

Alle Videozusammenfassungen der Rundfahrt findet ihr übrigens hier in guter Qualität: http://en.tourdetaiwan.org.tw/?page_id=1217

Taiwan Tag 4

Vierter Tag und es wird immer Wärmer. Schon heute zeigte die Temperaturanzeige kaum unter 20 Grad an. Wie immer gingen am Anfang Attacken die mit der Bergwertung nach 14 Kilometern gekrönt wurden. Danach ging es eine Abfahrt mit satten 90,1 km/h hinab. Schon Crazy!
Nach ein wenig gespringe im Feld fand ich mich, etwas ungewollt, in einer Vier Mann Gruppe wieder die sich 40 Kilometer vor dem Feld hielt. Mein Ziel war es auch nicht mit dieser Gruppe ins Ziel zu kommen sondern Jan im Sprint zu unterstützen. Den der hatte es in sich. 700 Meter mit bis zu 10% Steigung. Wir fuhren gut zusammen und schafften es, trotz einiger Schwierigkeiten, ihn als erster in den Berg zu fahren. Kurz vor dem Ziel sah es noch gut aus, doch dann stürzte ein Fahrer vor ihm und riss ihn mit. Und das 2 !!! Meter vor dem Ziel. Bitter! Er stand schnell auf und schob sein Rad über die Linie .

Morgen wird es Bergiger und mal sehen wie ich damit zu Recht komme.

Taiwan Tag 3

Eigentlich hatte ich ja gestern gesagt es wird besser, aber naja…..
Heute hieß es 152 km mit einem Berg der ersten Kategorie zu bewältigen. Der Berg hatte aber „nur“ 385 Höhenmeter und war nicht besonders steil oder lang. Schon den ganzen Morgen über herrschte viel Wind über der Südchinesischen Insel und das sollte man auch merken. Wir hatten den Streckenplan genau studiert und wussten wann uns was erwartet. Dementsprechend fanden wir uns auf der ersten Windkante auch alle in der ersten, ca. 30 Mann starken Gruppe wieder. Jedoch wurde das Tempo wieder rausgenommen und bis zum Berg war das Feld wieder auf volle Stärke zusammengelaufen. In den Berg rein fühlte ich mich noch gut. An einer kleineren Rampe schaltete ich aufs kleine Kettenblatt und kurz darauf, als es wieder flacher wurde, wollte ich zurück aufs Große. Doch es klappte nicht. Ich schaute nach unten und sah das keine Kurbel außergewöhnlich weit außen stand. Als ich mit dem Fuß von rechts dagegen stoß rutschte sie zurück und links raus. Der Linke Kurbelarm hatte sich gelöst und drohte abzufallen. So musste ich das Rad wechseln. Leider dauerte der Wechsel sehr lange, da die zur Verfügung gestellten Radträger eher etwas für Oma und Opa sind, die mit ihren Hollandrädern in eben dieses Land fahren. Er musste aufgeschlossen und dreimal entriegelt werden usw.. …….
So verpasste ich dann die Entscheidung am Berg bei der ca 30 Fahrer dem Feld entflohen. Jan Dieteren war zum Glück in dieser Gruppe, Nils Politt verpasste sie um 10 Meter. So war das Rennen entschieden. Einige Teams versuchten noch die Lücke zu schließen, doch auch sie gaben auf den Schlussrunden auf der Landebahn des Militärflughafens, bei stürmigen Seitenwind, auf. Im Sprint der Spitzengruppe zeigte Jan sein können und wurde grandioser Zweiter!!!! Im Feld zeigte Nils auf den letzten 3 km nochmal seine Zeitfahrqualitäten, fuhr alleine davon, und kam mit 20 Sekunden Vorsprung vor dem Feld an. Ich hatte noch einen Platten, kam aber nach einer kleinen Verfolgungsfahrt doch noch mit dem Feld ins Ziel.

Morgens wird es dann hoffentlich wirklich besser. Es steht nach 14 km ein Berg der zweiten Kategorie an und das Finale hat es mit 10% über 900 Meter wirklich in sich!!

Taiwan Tag 2

Heute stand der erste Renntag auf dem Programm. 52 eckige Kilometer durch Taipeh und das bei nassen Straßen. Zum Glück hörte es eine Stunde vor dem Rennen auf zu Regnen, was die Sache aber auch nicht besser machte. Nass war es trotzdem. So fuhren wir 5 Runden a 10,4 km. Die Ausreißer wurden eine Runde vor dem Ziel gestellt, womit es zum erwarteten Massensprint kam. Wir konnten uns als Team gut finden und brachten Jan Dieteren in eine formidable Sprintposition. Leider sah das ein Chinesischer Fahrer anders und brachte die vor Jan positionierten Fahrer zu Fall. Jan musste Bremsen und neu antreten und wurde Siebter. Ein guter Anfang, der hätte Perfekt werden können, hätte ……

Morgen ist ein neuer Tag! Da wird es besser!

Taiwan Tag 1

你好台灣 oder Nǐ hǎo táiwān
Am Donnerstag machten wir uns auf, dem Osten entgegen zur Tour de Taiwan (2.1). Nach 6 Stunden Flug nach Dubai, 2 Stunden Wartezeit und weiteren 7 Stunden Flug nach Taipeh kamen wir um 20 Uhr Ortszeit an. Wir wurden freundlich empfangen und mit dem Bus zum Hotel mitten in der Stadt gebracht. Danach ging es sofort schlafen.
Am nächsten Tag erwartete uns eine asiatische Cube Fraktion und machte Fotos während wir die Neuen Cube Lightning Räder zusammen bauten. Danach ging es zum einrollen durch die Millionen Metropole. Wir folgten einem Rat von Grischa Janorschke und fuhren zum Radweg am Kanal. Dem folgten wir bei Wind und Regen. Als wir dann zurück wollten wussten wir nicht so wirklich wo wir waren und fragten einige Passanten. Diese reichten uns ihr Smartphone wo wir den Hotel Namen eingaben. Dann bot eine ältere Frau uns an mit dem Moped (Jeder! In dieser Stadt hat mindestens eins) zum Hotel zu führen. So rasten wir mit den Rädern hinter einer Asiatin auf einem Motorroller durch die 2,7 Millionen Einwohner Stadt! Was ein Auftakt.

Nun geht es zum Essen! Was ich danach mache weiß ich noch nicht! Aber den Taipeh 101 muss ich mir als Bauingenieur eigentlich schon nochmal anschauen!